4 Praxisbeispiele, um Arbeit und Arbeitsplätze im Handwerk zu digitalisieren

4 Praxisbeispiele, um Arbeit und Arbeitsplätze im Handwerk zu digitalisieren

Bei der Digitalisierung geht es vor allem darum, digitale Prozesse und Strukturen zum Vorteil des Unternehmens nutzbar zu machen. Das setzt unter anderem den Einsatz mobiler Geräte voraus. Der Zusammenarbeit aller Mitarbeiter kommt eine besondere Bedeutung zu. Sie sorgt zusammen mit digitalisierten Prozessen für mehr Effektivität und Effizienz im Unternehmen. Auszubildende sollten deshalb von Anfang an auf mobiles Arbeiten und die Anforderungen eines mobilen Arbeitsplatzes vorbereitet werden. Neben Teamarbeit ist auch die Kommunikation unter den Mitarbeitern ein Schlüsselelement, um erfolgreich Nutzen aus digitalen Prozessen zu ziehen.

Lernen Sie hier einige Praxisbeispiele kennen:

1. Papierlos statt Papier-Chaos

Gerade kleinere Handwerksunternehmen kennen die Situation: Informationen zu Aufträgen, Einkäufen oder Bestellungen sowie in der Kommunikation der Mitarbeiter untereinander werden als handgeschriebene Notizen abgelegt. Landen diese Informationen dann nur bei einer Person im Unternehmen und diese fällt aus, ist es schwierig, den Überblick zu behalten. 

Hier gilt es, ein elektronisches Informationssystem aufzubauen, das es Mitarbeitern ermöglicht, jederzeit über mobile Geräte auf den aktuellen Stand eines Auftrages zugreifen zu können. Damit entsteht ein papierloses Informationssystem, das die Kommunikation zwischen allen Beteiligten erheblich erleichtert. Vorbei ist die Suche nach Notizzetteln, Aufzeichnungen und die Nachfrage bei einem Mitarbeiter, weil alle Informationen jederzeit zugriffsbereit sind. Mobile Geräte wie Smartphones werden zu einem kleinen digitalen Arbeitsplatz, der auch bei der Ausführung des Kundenauftrages genutzt werden kann.

2. Verbesserte Projektplanung durch eine digitale Bauakte

Handwerksbetriebe stehen oft vor der Herausforderung, dass sich immer größere Mengen an Daten zu Projekten und Aufträgen ansammeln. Mit analogen Mitteln lassen sich diese Daten häufig nicht entsprechend abrufen und sind auch nicht für alle Mitarbeiter verfügbar. Mit einer digitalen Bauakte, die alle projektspezifischen Informationen bündelt und auch unterwegs über mobile Endgeräte einsehbar ist, kommen solche Unternehmen zu einer wesentlich optimierteren Projektplanung und effektiveren Arbeitsweise. Vielen Unternehmen bleibt deshalb mehr Raum, um Innovationen in ihrem Arbeitsbereich einzuführen.

3. Bessere Organisation durch vernetzte Werkzeuge

Viele Unternehmen im Handwerk sind mit dem Fachkräftemangel konfrontiert. In der Folge gilt es, die Produktivität der wertvollen Facharbeiter zu erhöhen. Gerade hier lassen sich digitale Strukturen zur Optimierung von bestimmten Prozessen einsetzen. Werkzeuge, die beispielsweise mit RFID ausgestattet sind, können über ein entsprechendes Lesegerät verwaltet und aufgefunden werden. Damit lässt sich kostbare Mitarbeiterzeit einsparen. Solche ausgestatteten Werkzeuge liefern zudem Informationen über Geräte- oder Akkuzustand. Mit diesen Hinweisen kann der Anwender rechtzeitig Probleme erkennen oder Hilfestellung bekommen.

4. Einsatz von Industrierobotern

Gerade im Hinblick auf den Fachkräftemangel im Handwerk kann sich der Einsatz von kollaborierenden Robotern – sogenannten Cobots – für bestimmte körperlich besonders belastende oder besonders monotone Tätigkeiten lohnen. Im Ergebnis lässt sich damit eine bessere Effizienz bei der Bearbeitung von Aufträgen erreichen. Auch wenn der Einsatz von Robotern im klassischen Handwerk zunächst ungewöhnlich erscheinen mag, ist es hier am Ende die Mischung aus klassischer handwerklicher Tätigkeit und moderner Technik, die ein Unternehmen besonders erfolgreich macht.

Zusammenfassung: Es sind viel mehr Praxisbeispiele denkbar

Digitale Strukturen eignen sich insbesondere, um speziellen Herausforderungen in Handwerksbetrieben zu begegnen. Sie verbessern die Zusammenarbeit und die Kommunikation zwischen den relevanten Mitarbeitern und Entscheidern. Wenn im Unternehmen die mobilen Fähigkeiten bereits in der Ausbildung berücksichtigt werden, wächst eine Generation von Mitarbeitern heran, für die digitale Arbeitsplätze und Methoden eine Selbstverständlichkeit darstellen. Ein Schwerpunkt der Digitalisierung in Handwerksunternehmen liegt in der Zusammenführung von Daten, die über Cloud-Funktionen auch jederzeit in der Arbeit vor Ort von allen abgerufen werden können. Dadurch entsteht eine Informationsbalance zwischen allen wichtigen Beteiligten. Davon profitieren kleinere Handwerksbetriebe ebenso wie größere Unternehmen, die beispielsweise große Baustellen organisieren und betreiben.

Die Praxisbeispiele zeigen in aller Kürze, welche potenziellen Möglichkeiten die Digitalisierung gerade dem Handwerk bietet. Es sind hier noch viel mehr Anwendungsmöglichkeiten denkbar, die ganz individuell auf den Status quo in einem Handwerksunternehmen zugeschnitten werden können. Eine große Stärke der Digitalisierung liegt darin, dass sie Lösungen nicht von der Stange, sondern maßgeschneidert auf den jeweiligen Betrieb ermöglicht.

Foto: © lenetsnikolai / stock.adobe.com