Bereits seit 15 Jahren kommen Handwerker über Blauarbeit.de an neue Aufträge. Über eine Million eingestellte Kundenausschreibungen und 180.000 registrierte Handwerksbetriebe kann die Internet-Plattform eigenen Angaben zufolge vorweisen. Rund 20 Mitarbeiter kümmern sich um die Betreuung und den Ausbau des Angebots. Künftig sieht sich Blauarbeit.de, das Teil der Portal United  AG ist, verstärkt auch als Lösungspartner, der Handwerksbetriebe bei der Digitalisierung ihrer Geschäftsprozesse unterstützt. Was es damit auf sich hat und wie die Macher ihre Internet-Plattform derzeit vorantreiben, erläutert Ferdinand Seulen, seit 2017 Geschäftsführer bei Blauarbeit.de, im Interview mit DIGITALISIERUNG PRAKTISCH GESTALTEN.

Die Online-Auftragsvergabe im Handwerk hat fast schon Tradition. Wie hat sich der Markt in den letzten Jahren verändert und wo sehen Sie weitere Entwicklungschancen?

Ferdinand Seulen: Blauarbeit war das erste Online-Auftragsvermittlungsportal am Markt. Seitdem hat sich gar nicht so viel verändert. Viele Player sind gekommen und auch schnell wieder gegangen. Die Modelle sind gleichgeblieben. Die etablierten Angebote werden sich weiterentwickeln müssen, um langfristig zu bestehen. Blauarbeit wird in 2019 und 2020 die Digitalisierung von Prozessen des Handwerks durch Softwaremodule vorantreiben, sodass der Handwerker Blauarbeit nicht nur für die Auftragsgewinnung nutzt, sondern beispielsweise auch für die Kontakt- und Terminverwaltung oder die Buchhaltung.

Die Auftragslage im Handwerk ist nach wie vor ausgezeichnet. Warum sollte ein Meisterbetrieb dennoch bei Blauarbeit.de dabei sein?

Ferdinand Seulen: Es kann nie schaden, mehr Aufträge zu erhalten. Zudem kann sich die Auftragslage auch mal schnell verschlechtern. Eine Mitgliedschaft bei Blauarbeit kann hier helfen, das eigene Auftragsbuch stets voll zu halten, indem Handwerksbetriebe die eigene Bekanntheit ausbauen und sich einen guten Ruf erarbeiten. Außerdem bietet Blauarbeit seinen Dienstleistern die Möglichkeit, die eigene Arbeit stärker zu digitalisieren. So erhält man beispielsweise eine Eintragung in bis zu 38 Online-Verzeichnisse und kann die eigene Online-Präsenz deutlich erhöhen. Hier wird sich mit dem Relaunch unseres Angebots noch einiges ändern. Blauarbeit wird zum Partner für die Digitalisierung im Handwerk.

Welche entscheidenden Veränderungen und neuen Services wird der Internetauftritt von Blauarbeit.de den Handwerksbetrieben konkret bieten?

Ferdinand Seulen: Zunächst einmal wird mit dem komplett neuen „Look & Feel“ die Benutzerfreundlichkeit deutlich erhöht. Über das neu gestaltete Dashboard können gerade die Dienstleister ihre Funktionen und Services besser verwalten und nutzen. Der Ende-zu-Ende-Prozess, also von der Verwaltung der digitalen Präsenz im Internet zur Gewinnung von Kunden über die Angebotserstellung bis hin zur Rechnungsstellung und Bewertung, wurde überarbeitet und verbessert. Das bestehende Angebot wird um die Module Terminverwaltung, Kontaktverwaltung und Buchhaltung erweitert.

Worauf sollten Handwerksunternehmen achten, die bislang keine Erfahrungen mit der Online-Auftragsvergabe gesammelt haben, aber auf Anhieb im Internet erfolgreich neue Kunden gewinnen möchten?

Ferdinand Seulen: Bei einer neuen Registrierung ist es zunächst wichtig, sich um ein ansprechendes Profil zu kümmern, um potenziellen Kunden einen guten ersten Eindruck des Betriebs zu vermitteln. Im besten Fall füllt man sein Profil vollständig aus und beschreibt Tätigkeitsschwerpunkte und Fachkenntnisse ausführlich. Komplettieren kann man das Ganze mit Fotos und Zertifikaten. Um schnell erste Aufträge zu erhalten, sollte man selbst aktiv werden und die Auftragseingänge im Auge behalten. Blauarbeit bietet hierfür, neben der Möglichkeit manuell zu suchen, den sogenannten Auftragsalarm, der die Handwerker stets über neu eingestellte Aufträge informiert. Und dann sollte man so oft wie möglich individuelle Angebote abgeben. Wer hier auch die eigenen Kontaktdaten wie E-Mail-Adresse oder Telefonnummer angibt, kann leichter persönlich mit dem Auftraggeber in Kontakt kommen. Außerdem wichtig für den Erfolg bei der Online-Auftragsvergabe sind gute Bewertungen auf dem eigenen Profil. Deshalb sollte man sich auf jeden Fall immer eine Bewertung einholen, wenn man zuverlässig und gut gearbeitet hat. Das ist natürlich auch eine Grundvoraussetzung für den eigenen Erfolg!

Vielen Dank für das Interview.