Dieter Dohr, Vorsitzender der Geschäftsführung der GHM Gesellschaft für Handwerksmessen mbH, gibt im Interview mit DIGITALISIERUNG PRAKTISCH GESTALTEN als Insider einen Einblick in die bevorstehende Internationale Handwerksmesse (IHM), die vom 13. bis 17. März 2019 in München stattfinden wird. Er äußert sich zu den aktuellen Entwicklungen der Branche und ist der Überzeugung, dass das Wissen um Traditionen und die Liebe zur Perfektion genauso zum Alltag des Handwerks gehören wie Co-Creativity, Co-Working oder der Einsatz neuer Werkzeuge wie Drohnen, Roboter, VR-Brillen, 3D-Drucker, Tablets und Smartphones.

Herr Dohr, als Vorsitzender der Geschäftsführung der GHM Gesellschaft für Handwerksmessen mbH sind Sie seit über einem Jahrzehnt in leitender Position für die Internationale Handwerksmesse (IHM) in München verantwortlich. Wie hat sich die bedeutendste Messe für das Handwerk in Deutschland seither verändert und wie haben sich Ihre Aussteller über diesen Zeitraum weiterentwickelt?

Dieter Dohr: Das Handwerk, unsere Aussteller und auch die Internationale Handwerksmesse haben sich in den vergangenen Jahren stetig weiterentwickelt. So hat sich das Handwerk insgesamt in vielerlei Hinsicht erneuert und ist heute innovativer, digitaler, überraschender und vielfältiger, als das manche immer noch glauben. Die Internationale Handwerksmesse hat diese Entwicklung aktiv begleitet und immer wieder Impulse dafür gesetzt. Schließlich ist sie jährlich der richtungsweisende und innovationsstärkste Treffpunkt des gesamten Handwerks in Deutschland und immer wieder Schaufenster seiner Innovationskraft. Während Fachbesucher zahlreiche Anregungen für ihr eigenes Unternehmen erhalten, lassen sich Privatbesucher jedes Jahr von dem Können und der Modernität des Handwerks begeistern. Als Leitmesse des gesamten Handwerks gibt die Internationale Handwerksmesse Privathaushalten, Unternehmen und der öffentlichen Hand, einen umfassenden Überblick über die herausragenden Leistungen, die Qualität und die Innovationskraft des Handwerks.

Das neue Leitmotiv der IHM lautet: „Ist das noch Handwerk?“ In welchen Bereichen ist aus Ihrer Sicht die Digitalisierung bereits im Handwerk fest verankert und wo sehen Sie für die Zukunft noch Nachholbedarf?

Dieter Dohr: Die Digitalisierung hat in allen Bereichen des Handwerks Einzug gehalten, sei es in der Produktion selbst, bei der Erbringung von Dienstleistungen, im Kontakt mit den Kunden oder bei der Zusammenarbeit und der Vernetzung innerhalb und zwischen Unternehmen. Es ist interessant zu beobachten, welche spannende Entwicklung das Handwerk in den vergangenen Jahren erlebt hat. Wir haben das Leitmotiv gewählt, weil das Handwerk für Qualität, Ideenreichtum und Gründergeist steht. Weil das Wissen um Traditionen und die Liebe zur Perfektion dabei genauso zum Alltag gehören wie Co-Creativity, Co-Working oder der Einsatz modernster Hilfsmittel wie Drohnen, Roboter, VR-Brillen, 3D-Drucker, Tablets und Smartphones. Immer wieder hörte man in den vergangenen Jahren von erstaunten und begeisterten Besuchern die Frage: „Ist das noch Handwerk?“, wenn sie auf der Internationalen Handwerksmesse Hightech- und High-Class-Betriebe aus dem Handwerk sahen. Natürlich sind einige Unternehmen in Bezug auf Digitalisierung die Vorreiter der Branche – genau diese wollen wir auf unserer Messe zeigen, so dass auch diejenigen, die vielleicht bei sich selbst Nachholbedarf sehen, erkennen, wie sie ihr Unternehmen voranbringen. Hinzu kommt: Die technologische Entwicklung ist rasant. Auf der Internationalen Handwerksmesse – und speziell mit der im März 2019 erstmals präsentierten Trendmap Handwerk – wollen wir zeigen, wie sich die Branche in Zukunft entwickelt.

Welche konkreten Highlights, Innovationen und Best-Practice-Beispiele wird die IHM den Fachbesuchern in Bezug auf die Digitalisierung im Handwerk bieten?

Dieter Dohr: Zum einen den Auftritt der Unternehmen auf speziellen Themenflächen wie dem „Land des Handwerks“, auf dem sich Vorzeigebetriebe aus der ganzen Bundesrepublik präsentieren, bei „INNOVATION GEWINNT!“, mit spannenden Ideen aus dem und für das Handwerk, sowie der Fläche zum Messemotto „Ist das noch Handwerk?“, auf der erfolgreiche Unternehmen zu Gast sind, die zeigen, dass das, was sie machen, eben Handwerk ist – auch wenn es manchmal angesichts der Fortschrittlichkeit und der genutzten Tools auf den ersten Blick gar nicht den Anschein hat. Interessant für Fachbesucher, die sich konkret über die Digitalisierung informieren möchten, ist auf jeden Fall der Bereich „DIGITALISIERUNG PRAKTISCH GESTALTEN!“. Er bietet umfangreiche Informationen durch Experten, die in persönlichen Beratungsgesprächen auch individuelle Fragen beantworten und konkrete Tipps geben. Hinzu kommt die Fläche des „Kompetenzzentrum Digitales Handwerk“, das wieder herausragende Best-Practice-Beispiele zeigen wird. Sie alle finden sich 2019 in einer eigenen Fachbesucherhalle mit insgesamt 10.000 Quadratmetern, wo das Thema bei vielen Ausstellern gespielt wird und Fachbesucher eine Menge Wissen und Informationen mitnehmen können.

Die IHM richtet bereits zum zweiten Mal das Forum DIGITALISIERUNG PRAKTISCH GESTALTEN aus. Ein Beleg dafür, dass sich die IHM immer mehr zum Treiber der Digitalisierung für das Handwerk entwickelt. Wohin geht die Reise?

Dieter Dohr: Das Thema beziehungsweise die digitale Transformation begleitet aktuell und wird auch die Unternehmen weiterhin verstärkt begleiten. Die Internationale Handwerksmesse ist und möchte auch in Zukunft der ideale, kompetente Begleiter für alle Betriebe aus dem Handwerk sein. Deshalb erleben Fachbesucher hier jede Menge Praxisbeispiele, die für alle Unternehmensgrößen umsetzbar sind, und natürlich jede Menge Wissen und Information. Im Forum DIGITALISIERUNG PRAKTISCH GESTALTEN in Halle C2 erfahren Fachbesucher Wissenswertes über digitale Anwendungen und erleben Innovationen zum Anfassen. Ergänzt wird das Ganze durch Coaching- und Beratungsangebote sowie Impulsvorträge mit hohem Informations- und Inspirationsfaktor. Mehr Informationen dazu » 

Die Auftragslage in den Handwerksunternehmen ist derzeit besser denn je. Warum sollten im Internetzeitalter gerade auch die Inhaber kleinerer Meisterbetriebe einen Besuch der IHM 2019 vor Ort auf keinen Fall verpassen?

Dieter Dohr: Weil sie sich dort fit machen können für die Zukunft. Hier erhalten sie Wissen, das dafür sorgt, dass sie auch in Zukunft erfolgreich bleiben. Die Herausforderungen, die mit der digitalen Transformation einhergehen, sind groß, und die Chancen, die digitale Tools bieten, noch viel größer. Deshalb sollten sie sich die Internationale Handwerksmesse nicht entgehen lassen.

Vielen Dank für das Interview.