Ich fände es sicherlich nicht sonderlich gut, wenn mir Mitarbeiter erklären würden, dass die in meinem Unternehmen vorhandene Infrastruktur ihnen keinen angemessenen Entfaltungsspielraum böte. Oder man stelle sich vor, Kunden wollen mit uns in Kontakt treten bzw. interagieren und finden nicht die Kanäle vor, die sie selbst tagtäglich nutzen. Und was ist, wenn mein Geschäft mehr Flexibilität erfordert, aber meine IT aufgrund starrer Strukturen die dringend erforderliche Flexibilität im Keim erstickt?

Noch mehr über mich selbst ärgern würde ich mich dann, wenn ein anderer Marktteilnehmer sein Geschäftsmodell im Kontext der Digitalisierung so optimiert hat, dass es „durch die Decke geht“, während ich in meinem angestammten Tagesgeschäft verharre. „Bei uns hätte das auch funktioniert“, wäre sicher mein Gedankenreflex. Hätte, hätte Fahrradkette – hat es aber nicht. Und nur deshalb, weil mir nicht klar war, welches Potenzial, welche Chancen und Möglichkeiten in der Digitalisierung stecken. Wenn das ein Albtraum ist, möchte ich spätestens jetzt aufwachen.

Eines noch! Wir erfinden unsere Kundenaktivitäten nicht ständig neu. Allerdings probieren wir alles Mögliche aus – nicht selten über Nacht. Mal funktioniert’s, mal geht es komplett daneben. Und, ist das ein Problem? Doch nur dann, wenn wir es als solches und nicht als Chance verstehen.

Ich denke, wir sind einer Meinung.

Dieser Beitrag stammt aus dem 111-Ideenbuch fürs Handwerk.
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