Mein Messebericht von der IHM und der FAF:

Für uns Handwerker haben im März zwei bedeutsame Messen stattgefunden – einerseits die Internationale Handwerksmesse (IHM) in München, andererseits die Farbe, Ausbau & Fassade (FAF) in Köln. Beide Veranstaltungen waren sehr stark auf das Thema Digitalisierung im Handwerk fokussiert. Meine Erwartungen waren sehr hoch. Vor allem war ich gespannt, was uns der Markt in Bezug auf die Digitalisierung Neues zu bieten hat, bzw. welche realen Anwendungen sowohl für meinen Betrieb als auch für euch Kollegen Sinn machen könnten.

„Von der Vision zum digitalen Handwerksbetrieb“ Praxisgespräch mit Jochen Oberrauter, Geschäftsführer der Oberrauter GmbH und Andreas R. Fischer, Initiator der Plattform www.digitalisierung-praktisch-gestalten.de, moderiert von Natascha Zillner

„Von der Vision zum digitalen Handwerksbetrieb“ Praxisgespräch auf der IHM mit mir und Andreas R. Fischer, Initiator der Plattform www.digitalisierung-praktisch-gestalten.de, moderiert von Natascha Zillner

Neben einem breiten Angebot an digitalen Lösungen gab es auch diverse Vorträge zu den vielschichtigen Facetten unseres Themas, das aus unterschiedlichen Blickrichtungen – mal aus Sicht der Anbieter, mal aus Sicht der Anwender – beleuchtet wurde. Sicherheitstechnische Aspekte und die Bewusstseinsbildung, was die Notwendigkeit angeht, seinen Betrieb permanent weiterzuentwickeln, standen auch im Mittelpunkt. Ich hatte ebenfalls die Ehre, über meine Vision vom „radikal“ digitalisierten Handwerksunternehmen zu erzählen. Auch ich bin am Anfang einer noch weiten Reise, aber ich freue mich unheimlich auf diese besondere Herausforderung und vor allem auch über alle Handwerkskollegen, die mich an dieser Stelle in den kommenden Monaten begleiten werden.

„Die digitale (Bau-)Akte untermauert handwerkliche Kompetenz. Vom Erstkontakt bis zur Projektübergabe immer alles „im Griff“ haben!“ Praxisvortrag mit mir und Die digitale (Bau-)Akte untermauert handwerkliche Kompetenz. Vom Erstkontakt bis zur Projektübergabe immer alles „im Griff“ haben!

„Die digitale (Bau-)Akte untermauert handwerkliche Kompetenz. Vom Erstkontakt bis zur Projektübergabe immer alles „im Griff“ haben!“ Praxisvortrag auf der FAF mit mir und Die digitale (Bau-)Akte untermauert handwerkliche Kompetenz. Vom Erstkontakt bis zur Projektübergabe immer alles „im Griff“ haben!

Bei den ganzen Vorträgen und Präsentationen ist mir aufgefallen, dass nach wie vor eine sehr große Kluft zwischen den theoretischen Ansätzen und der realen Arbeitswelt besteht. Es gibt ganz klare Vorstellungen zu den möglichen Arbeitsweisen. Jedoch hatte ich den Eindruck, dass sämtliche Anwendungslösungen im Betriebsalltag unseren Ansprüchen vollkommen hinterherhinken. Das betrifft die Praktikabilität, die Einfachheit und natürlich auch die Schnittstellenthematik. Von unseren Idealvorstellungen sind wir definitiv weit entfernt.

Bei beiden Messen habe ich mir genügend Zeit genommen, alle Aussteller bzw. Anbieter genauer unter die Lupe zu nehmen. Gesucht habe ich Antworten auf typische Fragen: Was können ihre Produkte, was versprechen sie uns, worin liegen die Vorteile, aber wo gibt es auch ganz klare Nachteile gegenüber ähnlichen Produkten? Eines ist ganz klar. Die neuen Start-ups setzen auf zeitgemäße Oberflächen. Es gibt übersichtliche Dashboards, auf denen es sich sehr komfortabel arbeiten lässt. Die meisten Anwendungen sind einfach aufgebaut und leicht in der Handhabung. Das große Manko ist häufig aber, dass es sich dabei um Insellösungen handelt und diese Einzelanwendungen nur ein kleines Feld unseres komplexen Aufgabengebiets abdecken können. Hingegen zeigen die „klassischen“ Softwareproduzenten ihre Kompetenz vor allem in der Abbildung vieler unternehmensinterner Prozesse, sei es die projektrelevante Datenerfassung, die Erstellung notwendiger betriebswirtschaftlicher Auswertungen und vieles mehr. Einige arbeiten schon mit mobilen Anwendungen, die ganz gut funktionieren. Jedoch muss ich zugeben: Momentan bin ich von meiner Wunschvorstellung noch weit entfernt.

Eines ist für mich jetzt noch deutlicher geworden: Für die Zukunft erscheint mir der Multicloud-Ansatz erfolgversprechend. D.h. ich suche mir zwei bis drei Kernlösungen und verbinde diese dann mit Spezialanwendungen, die ich nach meinen individuellen Bedürfnissen auswählen werde. Es braucht ein wenig Geduld, um herauszufinden, was die in Frage kommenden Produkte wirklich können und was am Ende des Tages zu mir und meinem Betrieb passt.

Mein nächster Schritt wird sein, die eine oder andere interessante Lösung noch genauer unter die Lupe zu nehmen und entsprechend zu testen … Ich werde euch hier auf dem Laufenden halten und bitte auch um euer Feedback. Denn nur gemeinsam sind wir stark und können uns im Zuge der Digitalisierung einen klaren Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz herausarbeiten.

Also bis bald, Euer Jochen