Führungsstil reloaded – das Handwerk braucht smarte Chefs

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Wenn davon die Rede ist, dass die Digitalisierung die DNA eines Handwerksbetriebes für immer verändert, sind damit nicht nur neue Technologien und digitale Werkzeuge gemeint. Auch der Führungsstil kommt auf den Prüfstand und muss den veränderten Bedingungen angepasst werden. 

Die digitale Vernetzung und die Einbindung mobiler Services können jedem Unternehmen unabhängig seiner Größe helfen, mehr Wertschöpfung zu schaffen. Der Erfolg hängt allerdings davon ab, inwieweit Du als Unternehmer in der Lage bist, innovative digitale Technologien mit traditionell gewachsenen Fähigkeiten zu verknüpfen.

Als smarter Chef bist Du gefordert, neben digital gestützten Abläufen die Mitarbeiter als Hauptakteure mit in Dein Zukunftsbild aufzunehmen. Fakt ist, dass sich Aufgaben und die Art, wie sie erledigt werden, mit fortschreitendem Digitalisierungs- und Automatisierungsgrad Deines Unternehmens stark verändern.

Soll also Arbeit im Sinne des umfassenden Vernetzungsgedankens, der ja hinter der Digitalisierung steckt, wirklich virtuell werden, muss die persönliche Arbeitsumgebung „cloudifiziert“ werden. Das hat zur Folge, dass sie von der Bindung an ein Arbeitsgerät befreit und per Internet immer und überall erreichbar ist.

Digitalisierung bedeutet selbstverständlich auch, gedankliche Schranken abzubauen und tradierte Verhaltensmuster abzulegen. Das ist eine wichtige Voraussetzung, um sein Unternehmen digital neu zu denken.

Ein digitales Archiv ist das A und O

Apropos neu denken. Das papierlose Büro gibt es nicht! Aber dennoch könnte ein papierarmes Büro Dein erstes erklärtes (und erreichbares!) Ziel sein. Starte doch einfach mit einem digitalen Archiv!

Auftragsunterlagen, Pläne, Notizen, dokumentierte Abläufe u. v. m. verkommen in Aktenschränken zu unstrukturierten Staubfängern. Den hier vergrabenen enormen Schatz an angehäuftem Wissen gilt es zu heben und zu nutzen!

Mache Dir einen Plan für die Vorbereitung und eine strukturierte Vorgehensweise bei der Einrichtung eines digitalen Archivs. Beginne mit der Analyse Deiner aktuellen Arbeitsweise. Finde heraus, wie oft pro Tag Du eine Papierunterlage suchst. Oder wie viel Zeit Du und Deine Mitarbeiter für Organisation und Ablage von Papierdokumenten pro Tag benötigen. Oder wie viele Aktenordner, Regalmeter und Quadratmeter Ihr Papierarchiv beansprucht und was das kostet.

Für ein funktionierendes digitales Archiv muss geklärt sein, welche Art von Dokumenten Du archivierst, wie sie abgelegt, verarbeitet und nach Ablauf der Aufbewahrungsfristen DSGVO-konform vernichtet werden müssen.

Wenn alle Fragen beantwortet und – ganz wichtig – Deine Ziele klar gesetzt sind, kannst Du mit Deinen konkreten Archivierungsanforderungen losmarschieren, um mit den Anbietern entsprechender Dokumentenmanagementsysteme zu sprechen. Du hast außerdem die Chance, Deine IT zu vereinfachen und deutlich mehr auf Funktionen aus der Cloud zu setzen!

Mehr Kundennähe und Kundenerlebnisse schaffen

Ein smarter Chef widmet seinen Kunden maximale Aufmerksamkeit. Er und seine Mitarbeiter haben verinnerlicht, dass Kunden digital „ticken“. Deshalb sollte Dein Augenmerk auf sogenannte Kundenkontaktpunkte – wie zum Beispiel einer topaktuellen, serviceorientierten und für mobile Endgeräte tauglichen Website – liegen. Social Media ist bei Deinen Kunden„State of the Art“. Sie sind gefordert, via Facebook, YouTube, Instagram und Co. entsprechend Flagge zu zeigen.

Last, but not least: Die „Macht der Daten“ ist ein Schlüsselfaktor für Dein Geschäft. Dazu gehört als eine Minimalanforderung zum Beispiel die Beobachtung und Auswertung von Erwähnungen und Bewertungen Deines Unternehmens oder Deiner Dienstleistungen in sozialen Medien und entsprechenden Plattformen.

Fazit

Wenn Du strukturiert und Schritt für Schritt eine an den eigenen Ressourcen und Unternehmenszielen orientierte Digitalstrategie umsetzt, wirst Du ganz schnell erkennen, dass sich Dein Führungsanspruch „positiv-konstruktiv“ verändert. Denn nach und nach werden die Grenzen zwischen Abteilungen, Unternehmen, Geschäftspartnern und Kunden durchlässiger. Zusammenarbeit auf horizontaler Ebene wird einfacher und intensiver. Wenn vorhandenes Wissen vor diesem Hintergrund digital gespeichert, aufbereitet und – natürlich im Rahmen von rechtlichen Vorschriften und gültigen Vereinbarungen – geteilt wird, profitieren alle.

Foto: © Rostislav Sedlacek / stock.adobe.com