Einen gut laufenden Handwerksbetrieb in ein digitales, auch langfristig florierendes Unternehmen transformieren: Vor dieser herausfordernden Aufgabe stehen viele, wenn nicht alle Chefs und Betriebsinhaber, in deren Köpfen das Thema Digitalisierung zwar längst verankert ist. Doch die vermeintliche Komplexität und die Vielfalt möglicher Veränderungen erschweren den Zugang und türmen sich mitunter wie ein Berg vor einem auf.

Besser, als den Kopf in den Sand zu stecken oder in Aktionismus zu verfallen, ist es, auch die Digitalisierungstour gut geplant Schritt für Schritt anzugehen. Wer genau wissen möchte, in welche Richtung die eigene digitale Reise gehen soll bzw. muss, entwickelt vorab einen – gezielt auf sein Unternehmen zugeschnittenen – digitalen Fahrplan und baut dann auf die traditionell hohe Umsetzungsstärke des Handwerks. 

Schritt 1: Den digitalen Reifegrad ermitteln

Wo steht mein Unternehmen heute im Hinblick auf die Digitalisierung? Die Beantwortung dieser zentralen Frage, die für eine erfolgreiche Umsetzung weiterer Maßnahmen unerlässlich ist, erleichtern digitale Reifegrad-Checks, die Sie auch zeitsparend online durchführen können. Beispiel: https://100prozent.digital/digitaler-reifegrad-check/. Grundsätzlich sollten Sie bei der Auswahl eine Variante wählen, die auf die Belange des Handwerks zugeschnitten ist und sich durch einen hohen Praxisbezug auszeichnet. Die Testergebnisse führen zu wertvollen Erkenntnissen über den digitalen Reifegrad Ihres Unternehmens und bilden die Grundlage für die nächsten Schritte.

Schritt 2: Die Ziele konkreter Digitalisierungsmaßnahmen entwickeln  

Nach der Ermittlung des Ist-Zustandes geht es darum, Projektziele klar zu definieren. Das können Optimierungsmaßnahmen in organisatorischen Abläufen, Verbesserungen in der Kommunikation oder auch die Einführung neuer Geschäftsmodelle sein. Dabei hilft auch der berühmte Blick über den Tellerrand. So können Best-Practice-Beispiele anderer Unternehmen als Anregung dienen und – möglicherweise in modifizierter Form – auch im eigenen Betrieb umgesetzt werden. Weiterer Input für Verbesserungen ergibt sich oft auch aus dem alltäglichen Miteinander. Wer als Chef bei Anregungen und Kritik von Kunden, aber auch von Mitarbeitern und Geschäftspartnern „hellhörig“ wird, Projektdaten und Betriebskennzahlen analysiert, Fehlerursachen sucht und sich selbst immer wieder die Frage nach Verbesserungsmöglichkeiten stellt, bekommt Digitalisierungsimpulse fast schon nebenbei immer wieder auf dem Silbertablett serviert. Bei der detaillierten Entwicklung unternehmensspezifischer Projektideen hat sich der Einsatz spezieller Mindmapping-Tools wie beispielsweise MindMeister bewährt. Das gilt in besonderem Maße, wenn die Projekte in verteilten Teams erarbeitet und zusätzlich auch die Kompetenz externer Partner einfließt.

Schritt 3: Die eigene Digitalisierungs-Roadmap ausarbeiten  

Bei der Überführung des Ist-Zustandes in den Soll-Zustand hilft ein Schritt für Schritt durchstrukturierter, praxisgerechter digitaler Fahrplan inklusive der nötigen Zeitvorgaben. Er enthält Wegmarken, bietet so als Leitfaden Orientierung und ist zugleich auch die Prüfinstanz für den Fortschritt und die Funktionstüchtigkeit der eigenen Veränderungsprozesse. Diese Roadmap muss individuell auf die Anforderungen des Betriebs zugeschnitten sein und immer auch so flexibel gestaltet werden, dass jederzeit Justierungen vorgenommen und Einstiegs- und Ausstiegsszenarien berücksichtigt werden können. Angesichts der geforderten Variabilität bieten sich für die Ausarbeitung eines digitalen Fahrplans und anderer Projekte Online-Werkzeuge zur Aufgabenverwaltung wie beispielsweise MeisterTask an. Letzteres veranschaulicht To-dos, Termine und Zuständigkeiten auf der Basis sogenannter Kanban-Boards, deren Inhalte sich jederzeit auf einfache Weise aktualisieren und verändern lassen. Die Bereitstellung über die Cloud erleichtert zudem den standortunabhängigen Zugriff und Austausch in verteilten Teams.

Fazit

Auch jede digitale Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Wer als Kompass seinen eigenen digitalen Fahrplan dabeihat, wird seine Digitalisierungsprojekte mit dem guten Gefühl angehen, vom Start weg auf dem richtigen Weg zum Ziel zu sein. Warum dann noch zögern oder warten? Jetzt ist immer die beste Zeit für Veränderungen zum Besseren – vor allem für tatkräftige Handwerksunternehmen, die Herausforderungen anpacken.