Benchmarking ist ein Managementinstrument. Dabei vergleichen Sie Ihr Unternehmen mit der Konkurrenz. Aber bitte nicht mit dem Wettbewerber „von nebenan“ – es sei denn, gerade er ist ein „Primus“ in dem, was er tut. Denn darauf kommt es beim Benchmarking an: lernen von den Besten – und nicht vom Durchschnitt!

Das Konzept eignet sich für jedes Unternehmen in jeder Branche und kann auf jeden Unternehmensbereich angewandt werden. So geht’s:

  • die Informationen über jene Bereiche der „Besten“ sammeln, in denen Sie es ihnen gleichtun wollen
  • diese Daten detailliert und strukturiert erfassen
  • mit Ihren Daten gegenüberstellen
  • keinen Vergleich scheuen, Selbstehrlichkeit gehört an die erste Stelle
  • Unterschiede analysieren
  • die Erfolgsfaktoren isolieren
  • eine Projektion auf Ihre Situation vornehmen
  • gemeinsam mit Ihrem Team Veränderungen überlegen, planen und Schritt für Schritt umsetzen
  • durch regelmäßige Kontrolle Erfolge und Misserfolge laufend festhalten und im Team transparent kommunizieren

Benchmarking passt zu allen Unternehmensbereichen

Die Methode lässt sich auf sämtliche Bereiche Ihres Unternehmens anwenden, ist daher also nicht davon anhängig, dass Sie „Vorbilder“ aus Ihrer Branche bzw. Ihrem Gewerk finden. Das gilt für Ihr Marketing, Ihre Personalstrategie oder Ihr Geschäftsmodell genauso wie für Ihre Vorgehensweise bei der Digitalisierung.

Die Idee des Benchmarkings ist immer die Aufdeckung von Unterschieden zu anderen mit dem Ziel, für sich selbst Optimierungsmöglichkeiten zu erkennen und – angepasst auf die eigenen Unternehmensparameter – zu entwickeln bzw. zu erschließen.

Externes Know-how an Bord holen

Je nach Art und Umfang der Benchmark, die Sie durchführen wollen, kann es sinnvoll sein, sich externe Unterstützung ins Boot zu holen. Zum Beispiel, um an Daten aus Statistiken heranzukommen. Oder um Informationen über Trends zu erhalten, die Ihr Geschäft betreffen. Oder um die Analyse und den Vergleich Ihres Unternehmens mit den angestrebten Ergebnissen der Vorbilder so zu machen, dass die – und nur die – Maßnahmen ergriffen werden, die zu einer definierten Zielsetzung führen.

Aus den im Rahmen einer Benchmark ermittelten und ausgewerteten Informationen und Daten können Sie eine Kennzahlenbasis für die erfolgreiche Unternehmenssteuerung und ein erfolgreiches Management machen. Wichtig hierbei ist, dass diese immer aktuell sind und bleiben. Schöner Zusatzeffekt: Man bekommt auch einen Überblick über sich entwickelnde oder bereits bestehende interne Schwachstellen und kann gegensteuern.

Vorbild Handwerksorganisation

Auch die 53 deutschen Handwerkskammern selbst, die gemeinsam den Deutschen Handwerkskammertag (DHKT) bilden, betreiben Benchmarking. Dafür hat das Heinz-Piest-Institut (HPI) der Universität Hannover die Leitstellenfunktion.

Das DHKT-Benchmarking hat u. a. folgende Ziele:

  • Etablierung einer konstruktiven Kultur des Voneinander-Lernens
  • Verbesserung des Leistungsangebots der Handwerkskammern
  • Identifizierung von Zukunftsaufgaben

Fazit

Wie wäre es, wenn Sie sich – ganz nach dem Vorbild der Handwerksorganisation – mit (Branchen- bzw. Gewerks-)Kollegen zusammentun und eine Benchmark-Taskforce einrichten? Themen könnten die Gewinnung motivierter Auszubildender, die Neuentwicklung innovativer, auf Digitalisierung basierter bzw. mit digitalen Add-ons verbesserter Erlösmodellen oder die Optimierung der Beschaffung sein. Gemeinsam sind Sie stärker – und schließlich ist das Zeitalter der Digitalisierung auch das Zeitalter der Offenheit und des Teilens!

Unser Tipp: Eine umfassende Sammlung von Wissen zu unterschiedlichen Aspekten und praktischen Vorgehensweisen des Benchmarkings finden Sie im Internet beim Deutschen Benchmarking Zentrum.

Foto: © bakhtiarzein / stock.adobe.com

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