Die Marke Milwaukee dürften Handwerker vor allem mit leistungsfähigen, akkubetriebenen Elektrowerkzeugen in Verbindung bringen. Dabei hat sich dieser Anbieter mit der digitalen Plattform ONE-KEY auch um die Vernetzung der Werkzeuge mit dem Anwender und – über die Cloud – auch mit den Mitarbeitern im Büro verdient gemacht. Zu einem zeitgemäßen Werkzeug-Management und dem letzten Stand der ONE-KEY-Technik hat DIGITALISIERUNG PRAKTISCH GESTALTEN Stefan Schütz befragt. Er ist Geschäftsführer der Techtronic Industries Central Europe GmbH, die in der DACH-Region die Marke Milwaukee vertritt.

Inwiefern beschäftigt sich Milwaukee als Hersteller professioneller Elektrowerkzeuge konkret mit dem Thema Digitalisierung im Handwerk?

Stefan Schütz: Vor drei Jahren ist Milwaukee mit ONE-KEY in die Digitalisierung seiner 18 Volt Elektrowerkzeug-Serie eingestiegen. Seither steht bei uns die Vernetzung im Fokus. ONE-KEY-Akkugeräte enthalten ein Bluetooth-Modul für den Datenaustausch mit Smartphones. Die Kommunikation läuft über eine kostenlose App, mit der unter anderem Parameter wie Langsam-Anlauf, Drehzahl oder Drehmoment komfortabel für wiederholende Arbeitsvorgänge eingestellt und als Profil im Werkzeug hinterlegt werden können. Wenn Mitarbeiter immer mit einem optimalen Profil arbeiten, können sie beispielsweise Schrauben schneller, effizienter und ohne Beschädigungen am Schraubkopf eindrehen.

Was sind aus Anwendersicht die wichtigsten Vorteile einer Werkzeug-Management-Plattform wie ONE-KEY?

Stefan Schütz: Neben der erwähnten Gerätekonfiguration vereinfacht ONE-KEY über eine Cloud-Plattform die Erfassung und Auswertung von Daten, die für die Werkzeugverwaltung und den Service relevant sind. Dazu gehören unter anderem der Gerätestatus, Betriebsstunden und Fehlerprotokolle. Bei unseren High Force Presswerkzeugen mit ONE-KEY können für jedes Werkzeug zu jedem Arbeitsvorgang die verwendeten Parameter mit Datum und Uhrzeit protokolliert werden. ONE-KEY-Geräte melden zudem ihren letzten bekannten Standort. Mit unseren handlichen Tool-Trackern lassen sich herstellerunabhängig auch andere Ausrüstungsgegenstände lokalisieren.

Milwaukee_ONE-KEY-Screen

Was muss getan werden, damit sich die bereits vorhandenen, innovativen digitalen Technologien/Services in den Handwerksbetrieben künftig noch schneller und umfassender durchsetzen?

Stefan Schütz: Am Ende des Tages fehlen den Betrieben neben einer gewachsenen IT-Kompetenz vor allem Zeit und Personal für Projekte, die auch ein gewisses Maß an Pioniergeist erfordern. Auf der anderen Seite würden diese Vorhaben wiederum die dringend benötigten Produktivitätszuwächse bringen. Wir als Lösungsanbieter sind da weiterhin gefordert. Handwerksbetriebe brauchen nicht nur IT-Wissen von außen, sie brauchen in erster Linie verlässliche Digitalisierungspartner, die das Handwerk genau verstehen und auf dessen Anforderungen eingehen können.

Milwaukee betreibt Forschungszentren auf drei Kontinenten. Welche Zukunftstechnologien werden aus Ihrer Sicht die Digitalisierung im Handwerk in den nächsten Jahren weiter voranbringen?

Stefan Schütz: Innovationen sind bekanntlich der Treibstoff für Wachstum. Deshalb forschen wir auf unterschiedlichen Gebieten. Ein wichtiger Aspekt ist die Weiterentwicklung unserer Technologie. Dabei geht es unter anderem darum, bürstenlose Motoren und Lithium-Ionen-Akkus noch leistungsfähiger und langlebiger zu machen als sie heute bereits sind. Was ONE-KEY betrifft, möchten wir die Auswertung gerätebezogener Daten und die Steuermöglichkeiten via App weiter ausbauen. Über allen R&D-Aktivitäten steht immer eine Frage: Wie schaffen wir es, dass unsere Anwender ihre Arbeit noch besser, schneller und sicherer erledigen können?

Vielen Dank für Ihre Antworten.