Stichwort Wettbewerbsfähigkeit: „Mit der Zeit gehen“ lautet das Rezept für dauerhaften Geschäftserfolg. Wer als Handwerksbetrieb Veränderung und Fortschritt fest in seinem Arbeitsalltag verankert, tut gut daran, seine Mitarbeiter auf die digitalen Reisen mitzunehmen und sie entsprechend zu fördern. Letztlich entwickeln sich dadurch beide Seiten weiter – Ihre Fachkräfte und Ihr Unternehmen.

Förderung im Kontext der Digitalisierung beginnt mit der aktiven Beteiligung der Mitarbeiter an Entscheidungen. Dazu gehören beispielsweise die Auswahlprozesse, wenn neue Maschinen oder Kommunikationsgeräte angeschafft werden sollen oder die Einführung einer neuen App ansteht. Den höheren Zeitaufwand für den Austausch machen der zusätzliche Ideen-Input und die Expertise der „betroffenen“ Mitarbeiter sowie deren gestärkte Identifikation mit den anstehenden Projekten mehr als wett.

Geht es um eine erfolgreiche Umsetzung neuer digitaler Arbeitsweisen, geht es auch darum, den Mitarbeitern maßgeschneiderte Weiterbildungsangebote zu unterbreiten. Chancen für beide Seiten gibt es genug. Dazu zählen unter anderem neue, auch handwerksrelevante Berufsbilder wie der des Datenschutz- oder auch des Digitalisierungsbeauftragten. Und wer engagierte Mitarbeiter ohne abgeschlossene Ausbildung bei der Qualifizierung zur Fachkraft unterstützt, kann auf diese Weise ebenfalls frisches Know-how in den Betrieb holen.

E-Learning ist auf dem Vormarsch

Doch wie die Zeitkontingente für Qualifizierungsmaßnahmen bereitstellen, wenn die Arbeitszeit für die Erledigung der anstehenden Aufträge benötigt wird? Hier bringen neue Methoden zum Lernen (E-Learning) wie Online-Kurse, Webinare, Podcasts, Video-Tutorials oder auch Mischformen aus E-Learning und Präsenzveranstaltungen (Blended Learning) etc. Vorteile. Fahrten zu Bildungseinrichtungen entfallen weitgehend. Zudem kann mit diesen Tools jeder Teilnehmer innerhalb eines gesteckten Zeitrahmens lernen, wann er kann und möchte. Finanzielle Entlastung für Betriebe versprechen Förderprogramme im Rahmen der Qualifizierungsoffensive des Bundes. Handwerksbetriebe können für Weiterbildungsmaßnahmen über die Agentur für Arbeit die (anteilige) Übernahme der Lehrgangskosten oder auch Arbeitsentgeltzuschüsse beantragen. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

E-Learning und digitaler Arbeitsplatz gehen Hand in Hand

Der entscheidende Erkenntnisgewinn ergibt sich direkt an den Arbeitsplätzen und bei der konkreten Anwendung digitaler Werkzeuge und Abläufe vor Ort. Gerade während der Einführung einer neuen Technologie sollte man hier die Mitarbeiter keinesfalls sich selbst überlassen. Zeitgemäßes Learning by Doing setzt auf assistiertes Lernen, bei dem sich Kollegen bei Problemen und Fragen umgehend zur Seite stehen. Neben praxisorientierten digitalen Hilfs- und Lernmitteln, wie beispielsweise visualisierte Schritt-für-Schritt-Anleitungen, kommt es hier zudem auf einen reibungslosen Wissenstransfer und echtes Teamwork an. Neues gemeinsam in der Gruppe zu erlernen, kann hier den Zusammenhalt und den Austausch fördern. Im Idealfall bringen Auszubildende und jüngere Mitarbeiter ihre Medien- und Digitalkompetenz ein, die „alten Hasen“ ihr weiterhin unverzichtbares handwerkliches Können und ihre praktische Erfahrung. 

Chef und Mitarbeiter sitzen im selben Boot

Für Fachkräfte, die über ihre „analogen“ Fähigkeiten hinaus bereit sind, sich auf E-Learning einzulassen, wird das Handwerk auch in Zukunft seinen sprichwörtlichen goldenen Boden haben. Auch Führungskräfte sollten mit gutem Beispiel vorangehen. Chefs, die sich ebenfalls Digitalisierungskompetenz aneignen und Offenheit und Transparenz vorleben, wird es leichterfallen, ihr Team davon zu überzeugen, diesen Weg mitzugehen und letztlich die geförderten Mitarbeiter auch langfristig an Bord zu behalten.

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