Trommeln gehört zum Handwerk – wie Dein Betrieb durch Social Media zur Marke wird

wie Dein Betrieb durch Social Media zur Marke wird

Wir alle haben erlebt, wie schnell sich unser Geschäftsalltag verändern kann. Von heute auf morgen haben wir durch die Pandemie gelernt, auf digitalen Kanälen zu kommunizieren. Für Handwerksbetriebe kann das eine große Chance sein. Denn jetzt können sie ihre mediale Aufmerksamkeit erhöhen und die große Stärke der sozialen Netzwerke nutzen: eins zu eins ihre Zielkunden zu erreichen.

Warum ist Social Media im Handwerk wichtig?

Eigentlich müsste man fragen: Warum führt an Social Media im Handwerk kein Weg mehr vorbei? Denn wer einmal erkannt hat, welche Vorteile in Facebook, Instagram und Co. für den gesamten Handwerksbetrieb stecken, der möchte nicht mehr darauf verzichten. Versprochen. 

Nie kam man besser an Neukunden heran als durch die sozialen Medien. Warum? Weil man mit einer riesigen Reichweite genau die Kunden trifft, die man braucht. Mühsame Akquise, teure Anzeigen, Mailing-Aktionen, das ist in vielen Fällen Schnee von gestern. Weil es viel einfacher geht. 

Auch die Kommunikation mit Bestandskunden bekommt eine ganz neue Dimension  – indem man die Zielgruppe immer aktuell, punktgenau und schnell über Neuigkeiten, Angebote, Veranstaltungen, Produktneuheiten, neue Mitarbeiter etc. informieren kann. 

Auch wer sich als attraktiver Arbeitgeber für Fachkräfte bzw. Azubis interessant machen möchte, nutzt heute die Macht der sozialen Medien. Die Kommunikation via Social Media ist ein Zeichen, dass der Betrieb auf der Höhe der Zeit und digitalen Themen gegenüber offen ist. Denn genau das ist es, was junge Menschen heute von ihrem Arbeitgeber erwarten.

Kennst Du Deine Zielgruppe?

Bevor Du Dich kopfüber in die sozialen Medien stürzen, brauchst Du noch einen wichtigen Zwischenschritt. Denn um den richtigen Kanal, das richtige Medium zu finden, musst Du zuerst Deine Zielgruppe ganz genau kennen. Sonst läufst Du Gefahr, dass Deine Aktivitäten irgendwo im digitalen Orbit landen und die Wahrscheinlichkeit, dass sie dort ankommen, wo sie sollen – nämlich bei Deinen neuen und bestehenden Kunden –  gleich null ist. Schließlich ist es gerade die Zielgenauigkeit, die die sozialen Medien so beliebt macht.

Was willst Du über Social Media mitteilen?

So, Du hast Deine Zielgruppe definiert? Dann kommt die Botschaft, der Content. Überlege, was gute Inhalte sind und was Du mitteilen willst. Ist es sinnvoll, Social Media für aktuelle Angebote zu nutzen, suchst Du Mitarbeiter oder willst Du Expertenwissen weitergeben? Welche Informationen interessieren Deine Kunden/Neukunden wirklich? Sich hier auszuprobieren und das Feedback abzuwarten, schadet nicht. 

Mögliche Inhalte können sein:

  • News
  • Angebote
  • technische Neuerungen
  • Storys über Ihre Mitarbeiter
  • Vermittlung von fachspezifischem Wissen
  • Tipps & Tricks
  • Arbeitsreferenzen
  • Kunden-Statements, Testimonials 
  • Hinweis auf analoge und virtuelle Veranstaltungen
  • Stellenangebote
  • Kommentare
  • Stellungnahmen zu Branchenthemen

Du kannst Geschichten erzählen, Wissen vermitteln, Bilder und Videos zeigen – und Du kannst witzig sein. Wichtig ist: Es muss zu Deinem Angebot, zum Unternehmen und zu Deinen Kunden passen. Für alle Branchen gilt allerdings: Bringe relevante Informationen, unterhalte Deine Ihre Nutzer, und halte sie mit regelmäßigen Infos bei der Stange, die nützlich sind und einen klaren Mehrwert bieten.

Vergiss nicht: Durch kurze, knackige und bildstarke Kommunikation kommen Inhalte besser zum Tragen und es wird eine hohe Aufmerksamkeit erzeugt.

Welche Social-Media-Kanäle sind die besten?

Die Zielgruppe steht, mögliche Inhalte sind definiert, jetzt geht es darum, wo welche Inhalte zu streuen sind. Frage nicht: Welches Tool ist das beste, denn den optimalen Kanal gibt es nicht. Jede Aktivität ist einzig und allein auf Deinen Kundenkreis ausgerichtet. Du musst herausfinden, wo Deine Kunden sind, was sie interessiert, welche Kanäle sie nutzen. Wenn die Mehrzahl Deiner Kunden auf Instagram ist, bringt Dir der tollste Facebook-Auftritt nichts.

Bestandskunden

Ein bisschen Vorarbeit ist schon nötig, bevor es zum ersten Post auf Instagram kommt. Und dabei ist zunächst gar nicht das Technische gemeint. Durchforste die Websites Deiner Kunden, auf welchen Kanälen sie unterwegs sind. Frage Deine Kunden direkt, vielleicht in Form einer kleinen Umfrage oder beim nächsten Auftrag. Oder suche ganz gezielt auf den großen Kanälen, wie Facebook, Twitter und Instagram, nach Deinen Kunden und bewerte jeweils den Auftritt nach Qualität, Häufigkeit und Feedback. Die dadurch gewonnenen Daten sind Gold wert. Am Ende hast Du eine Gewichtung, die Dir den Weg weist. 

Möglicherweise musst Du auf mehreren Kanälen aktiv werden. Fange trotzdem klein an und nimm Dir ein Tool vor, an dem Du üben kannst. Erst wenn Du damit vertraut und optimal umgehen kannst, gehe zum nächsten über.

Neukunden finden

Die Neukundenakquise in den sozialen Netzwerken erfordert etwas Recherche, ist aber ziemlich treffsicher. Die gängigen sozialen Netzwerke wie Facebook und Instagram (auch Foren oder Blogs) bieten nicht nur die Möglichkeit an, Interessengruppen beizutreten, man kann mit ein bisschen Recherche auch genau erkennen, wo ein Bedarf besteht. Dort, wo über ein bestimmtes Thema kommuniziert wird, ist schnell klar, wo der Schuh drückt. Und genau in diesem Moment kannst Du aktiv werden! Entweder Du diskutierst hier als Expertin bzw. Experte mit und gibst Tipps oder Du nutzen diese Thematik für Deine nächste Marketingkampagne – oder am besten beides. Über diesen Weg kommst Du mit potenziellen Kunden in Kontakt – mit wenig Streuverlust.

Facebook oder Instagram – twittern oder bloggen?

Zur besseren Orientierung stellen wir die gängigsten sozialen Netzwerke kurz vor:

Facebook – die Reichweite machts

Facebook ist mit rund 1,3 Milliarden täglichen Nutzern eines der gängigsten sozialen Netzwerke. Die Möglichkeiten sind vielfältig: Es können Bilder, Videos, Storys, Texte etc. gepostet, gelikt, geteilt und kommentiert werden. Ein Austausch in Gruppen ermöglicht es, relevante Zielgruppen noch dezidierter zu gewinnen. 

Instagram – hohe visuelle Aufmerksamkeit

Im Unterschied zu Facebook ist Instagram sehr bild- und videolastig. Handwerksbetriebe, die einem Gewerk angehören, das sich visuell gut darstellen lässt, profitieren hiervon besonders. Ästhetische Bilder und Videos von Arbeitsbeispielen, Produkten oder Dienstleistungen (Häuser, Küchen, Bäder, Vorher-Nachher-Bilder von Sanierungen) sind schnell hochgeladen und haben einen hohen Aufmerksamkeits- und oft auch Unterhaltungswert.

Twitter – kurz und knackig

Twitter ist die Social-Media-Plattform für brandaktuelle Themen, Diskussionen und Meinungen sowie neue Produkte und technische Innovationen. Auch viele Kammern, Magazine, Vereine und Verbände des Handwerks sind auf Twitter aktiv. Wer gut und knapp informiert sein will und branchenrelevante News hat, für den ist Twitter ebenfalls ein sinnvolles und dynamisches Kommunikationstool.

YouTube – Filme erzählen Geschichten 

Das Erstellen eines Videos bedeutet natürlich etwas mehr Aufwand als ein Post bei Instagram oder Facebook. YouTube und Filme sind jedoch ganz besonders im Handwerk eine gute Möglichkeit, um spannende Bauprojekte und Geschichten aus den Betrieben zu zeigen oder von den Mitarbeitern zu „erzählen“. Für Handwerksunternehmen, die gerne kurze Filme drehen über ihre Arbeit, für die lohnt sich auch ein eigener YouTube-Kanal.

Pinterest – Inspirationsquelle

Wer Inspirationen braucht, der schaut auf Pinterest nach. Hier werden Bilder gepostet, gelikt und geteilt. Handwerksunternehmen können hier ganz gezielt ihre Arbeit, Produkte etc. zeigen und bauen so unter Umständen bereits einen Kundenkontakt auf. Gleichzeitig erfahren sie, was gesucht wird. Entsprechend sogenannter „Pins“, also den Themen, die jeder Nutzer an einer Art Pinnwand speichert, werden diese Themen angepasst und immer wieder neue Inhalte vorgeschlagen bzw. angezeigt. 

Xing/LinkedIn – für neue berufliche Kontakte 

Auf Xing und LinkedIn geht es weniger darum, Bilder, Videos und Kurztexte zu veröffentlichen, sondern man tauscht sich in der Regel eher beruflich aus: Geschäftskontakte anbahnen, Mitarbeiter finden oder Azubis suchen. Zum Beispiel können Nutzer nach Mitarbeitern einer bestimmten Berufssparte in einem festgelegten Postleitzahlengebiet suchen. Umgekehrt schauen sich Arbeitnehmer und Freiberufler hier nach geeigneten Unternehmen um.

Wie sieht meine optimale Social-Media-Strategie konkret aus?

Ermittle zuerst, wo Deine Kunden bzw. Interessenten oder potenzielle Neukunden aktiv sind. Unter Umständen bespielst Du mehrere Kanäle gleichzeitig. Wovor Du dich jedoch hüten solltest, ist, möglichst viele Kanäle nach dem Gießkannenprinzip zu bespielen. Es sei denn, Du hast eine leistungsstarke Social-Media-Abteilung in Deinem Betrieb bzw. viele freie Ressourcen für dieses Thema. Denn egal, auf welchen Kanälen Du aktiv bist, der Erfolg liegt zum einen in einem ansprechenden und nützlichen Content, vor allem aber auch in der Kontinuität. Ein Blog, das nur bei Gelegenheit mal mit aktuellen Informationen gefüttert wird, bringt nichts. Bleibe unbedingt am Ball!

Fazit

Es geht heute nicht mehr darum, ob Social Media fürs Handwerk taugt oder nicht, sondern darum, wie und welches Tool sich für die optimale Kommunikation mit bestehenden Kunden eignet und wie man auf dem schnellsten Weg Neukunden findet, die zu 100 Prozent matchen.

Foto: © goodluz / stock.adobe.com