Wer die Auswahl seiner digitalen Allround-Werkzeuge professionell angeht, schaut nicht darauf, welche Modelle im Privatkundenbereich gerade angesagt sind. Auf der Baustelle helfen elegantes Design und empfindliche, randlose Bildschirme kaum weiter. Da kommt es vor allem auf eines an: uneingeschränkte Praxistauglichkeit. Schließlich muss die Funktionalität bei allen erdenklichen Widrigkeiten wie Staub, Schmutz, Nässe, Stöße und Stürze gewahrt bleiben. 

Hier die wichtigsten Punkte, die ein professionelles Handwerker-Handy auszeichnen:

1. Robustheit und Outdoor-Tauglichkeit

Hochfeste Gehäuse mit stabilen Metallrahmen, verstärkte Ecken und griffige Rückseiten, dazu Schutzabdeckungen der empfindlichen Anschlüsse, Displayoberflächen aus kratzfestem Corning-Gorilla-Glas  – solche Ausstattungsmerkmale zeichnen sogenannte „Rugged Phones“ aus, die für den Handwerker-Alltag abgehärtet sind. Darüber hinaus gibt die Einteilung in IP-Schutzklassen Orientierung, ob und wie widerstandsfähig ein Smartphone gegen Schmutz und Stöße (1. Kennziffer) und gegen Feuchtigkeit bzw. Wasser (2. Kennziffer) ist. Grundsätzlich gilt: je höher die Ziffern, desto besser. Richtwert für ein Handwerker-Handy ist die Zertifizierung nach IP68 oder höher. Weitere Prüfungen beispielsweise nach dem US-Militärstandard MIL-STD-810G bescheinigen Smartphones höhere Nehmerqualitäten in Bezug auf Hitze und Kälte, Vibrationen und diverse mechanische Stressfaktoren. Speziell auf die jeweiligen Modelle abgestimmte Schutzhüllen erhöhen die Robustheit zusätzlich und sind damit allemal empfehlenswert.

2. Bedienbarkeit 

Allzu kleine mechanische Tasten und Mini-Schaltflächen auf den Touch-Displays gehen gar nicht. Hier darf es eine Nummer größer sein. Noch besser, wenn die Bedienung über Fingerberührungen und -gesten auch mit nassen Händen und Handschuhen gut klappt. Da fast alle Outdoor- und Handwerker-Smartphones mit Googles Android dasselbe Betriebssystem verwenden – wie der Großteil der heutigen für den reinen Büro- und Privatgebrauch konzipierten Handys –, läuft die Bedienung im Wesentlichen wie gewohnt. Frei belegbare programmierbare Tasten zum Aufruf der am häufigsten benötigten Funktionen und Apps erleichtern hier das Arbeiten zusätzlich. Ein Bildschirm mit hohen Helligkeitswerten (Richtwert über 400 cd/m2 oder mehr) und guter Entspiegelung verbessert die Ablesbarkeit, wenn man sein Handy häufiger draußen im Sonnenlicht braucht.

3. Funktionalität

Rugged Smartphones auf Android-Basis steht das breite App-Angebot des Google Play Stores offen. Damit können Handwerksbetriebe ihre Mobilgeräte mit allen erdenklichen, auch profitauglichen Anwendungen auf ihre individuellen Anforderungen zuschneiden. Fortschrittliche Handwerker-Phones eröffnen mit einer erweiterten Hardware-Ausstattung und zusätzlichen Messsensoren noch mehr Möglichkeiten. Beispielsweise kann das Cat S61 über seine integrierte Wärmebildkamera Kälte und Hitze bis 400 Grad im Bildschirm darstellen, in Gebäuden die Luftqualität überwachen und Entfernungen bis 10 Meter lasergestützt messen. Ebenfalls praktisch ist zudem ein helles, permanent zuschaltbares LED-Fotolicht. Denn das macht das Smartphone zur veritablen Taschenlampe, die Licht in die dunkelsten Keller und Geräteecken bringt.

4. Weitere Anforderungen

Bei der Auswahl eines Rugged Phone spielen auch die Ausdauer und damit eine Akkukapazität von mindestens 3.500 mAh oder höher eine eminent wichtige Rolle. Gleiches gilt für die Kamera: Die Fotoqualität muss so gut sein, dass man auf der Baustelle jederzeit problemlos aussagekräftige Bilder für eine effiziente Dokumentation und die Erfassung von Schäden etc. aufnehmen kann. Umso besser, wenn das Handwerker-Smartphone im Idealfall auch noch genügend Speicher, eine leistungsfähige Hardware und gute Mobilfunkeigenschaften mitbringt.

Fazit

Neben seinen persönlichen handwerklichen Skills und der Erfahrung hat der Profi dem Gros der Heimwerker auch die höherwertigen Maschinen und Werkzeuge voraus. Als solches muss in einer digitalisierten Arbeitswelt heute auch das Smartphone gesehen werden. Wer da die falschen Prioritäten setzt und auf Standardmodelle setzt, spart an der falschen Stelle.

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