Wie heißt es so schön: Handwerk hat goldenen Boden. Ich tue mich hier etwas schwer, diese Aussage hundertprozentig zu teilen. Ich bin davon überzeugt, dass jeder meiner Handwerkskollegen, egal ob Elektriker, Installateur oder wer auch immer, täglich, wenn nicht sogar mehrmals täglich mit der Preisthematik bei der Angebotslegung konfrontiert wird. Das ist Usus!!!

Daher stelle ich mir die Frage: Wie können wir es schaffen, diesem täglichen Preisdruck aus dem Wege zu gehen und uns vor dem Kunden gegenüber der Konkurrenz ganz klar zu positionieren? Beim Arzt frage ich auch nicht nach einem Nachlass, oder? Ob Auftrag oder nicht, dieser darf auf keinen Fall über die Preisschiene geführt werden.

Daher habe ich mir ganz klar zum Ziel gesetzt, mithilfe der Digitalisierung erstens meine internen Prozesse zu verbessern und daraus resultierend Zeit und somit auch Geld zu sparen. Und zweitens, um auf Kundenseite durch adäquate Tools individuellen Mehrwert zu generieren. Der Einsatz digitaler Anwendungen wie Messenger, E-Mail etc. ist im Privatbereich für jeden unumgänglich. Gleiches muss auch für uns Unternehmer gelten. Wir müssen es schaffen, dem Kunden mithilfe der Digitalisierung Kompetenz zu vermitteln, ergänzend zu unseren handwerklichen Qualitäten. Der Kunde muss ganz klar erkennen, dass wir mit der Zeit gehen, und das darf auch seinen Preis haben. Uns muss es gelingen, den Kunden emotional abzuholen! Nur dadurch wird der Preis zur Nebensache.

Ich bin schon seit Jahren nicht glücklich mit meiner Branchensoftware. Ungefähr vor einem Jahr ist mir erst bewusst geworden, was Digitalisierung beziehungsweise Handwerk 4.0 für uns bedeutet und welches Potenzial dahintersteckt, einen Handwerksbetrieb Schritt für Schritt zu digitalisieren.

Aufgrund der über Jahre hinweg gewachsenen internen Unternehmensstrukturen denken wir oftmals zu starr. Jetzt beschäftige ich mich vordringlich damit, einfache Prozesse zu implementieren. Dabei ist die Digitalisierung der Schlüssel zum Erfolg.

Diese Frage stammt aus dem
Interviewbuch EIN HANDWERKSBETRIEB WIRD „RADIKAL“ DIGITAL

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