Als Bindeglied zwischen dem Handwerk und der digitalen Welt wissen Sie, wie es um die Digitalisierung in den Betrieben bestellt ist. Wie ordnen Sie den Status-quo der Firma Oberrauter ein? Es gibt im Handwerk Spitzenunternehmer – und somit auch Spitzenbetriebe –, die allen anderen weit vorauseilen, was die tatsächliche Digitalisierung angeht.

Mit weit voraus meine ich einerseits die Erkenntnis, dass der Einsatz klassischer IT-Infrastrukturen aus Netzwerk, Server und Arbeitsplatz-PC in Verbindung mit fest installierter Kauflizenz-Software nicht wirklich Digitalisierung bedeutet.

Warum? Mit dieser herkömmlichen „Denke“ bilden viele Betriebe lediglich ihre analogen Arbeitsstrukturen 1:1 in Eingabemasken ab. Sie bleiben also in dieser „alten“ Welt gefangen, auch wenn sie diese auf einem HD-Bildschirm betrachten können. Und das nicht nur hinsichtlich der Unveränderlichkeit in ihren Denk- und Arbeitsweisen, sondern auch hinsichtlich des Stillstands in der von ihnen genutzten IT. Denn während sie „drinnen“ auf ihren Standardlösungen „hocken“, entwickelt sich „draußen“ die digitale Welt, mit der sie sich – wenn überhaupt – nur mühsam verbinden können.

Die Konsequenz, die daraus folgen müsste, ist der Schritt in die bedarfsorientierte Nutzung aktueller Informationstechnologien. Und das funktioniert am besten in und mit der Cloud. IT-Services aus dem Internet werden von den bereits erwähnten Spitzenunternehmern als DAS digitale Werkzeug erkannt, mit dem sich alles verändern kann: In mobilen Apps können Arbeitsschritte dann und dort erledigt werden, wo sie gerade anfallen. Bürogebundene Nacharbeiten, wie Stundenzettel erfassen, Material bestellen, Anfragen beantworten oder Dokumentationen vervollständigen, entfallen entweder komplett, oder sie werden auf ein Minimum reduziert, weil die Daten – eine Internetverbindung vorausgesetzt – sofort in ein cloudbasiertes System einfließen, auf das sowohl der Chef als auch die Mitarbeiter aufgabenbezogen zugreifen können.

Und hier komme ich zu Jochen Oberrauter: Sein Traum ist, sein Unternehmen „im“ Smartphone abzubilden. Er hat das Ziel, diesen Traum in die Wirklichkeit umzusetzen. Und er hat sich eine zeitliche Zielmarke von 18 bis 24 Monaten gesetzt. Das macht ihn aus meiner Sicht schon heute zum Spitzenunternehmer in Sachen Digitalisierung!

Diese Frage stammt aus dem
Interviewbuch EIN HANDWERKSBETRIEB WIRD „RADIKAL“ DIGITAL

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